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Kleine Welpenschule - das Rückruf oder Komm - Kommando

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Kleine Welpenschule - das Rückruf oder Komm - Kommando

Beitragvon Tina B. » 18. Mai 2011 12:06

Warum soll ein Hund kommen, wenn man ihn ruft?


Warum soll ein Hund kommen, wenn man ihn ruft?

Für uns ist die Antwort klar: wir wollen den Hund anleinen, um ihn vor gefährlichen Situationen zu bewahren, um ihn zu führen, ihn zu kontrollieren, oder einfach, weil wir nach Hause möchten und der Hund nicht mitkommen will. Auch leint man seinen Hund an, wenn man in unbekannten Gegenden unterwegs ist, anderen, angeleinten Hunden begegnet oder verhindern möchte das der Hund unkontrolliert Kontakt zu Menschen oder Tieren aufnimmt.
Ein sicher aufgebautes Rückrufkommando kann für einen Hund lebensrettend sein. Es beugt auch vor das der Hund Wild hetzt und jagen geht, während wir hilflos irgendwo warten und hoffen das er wiederauftaucht und nicht über die Autobahn rennt...

Aber ist das auch für den Hund einleuchtend?
Nein.
Als Welpe folgt er seinen Besitzern noch, da von ihnen sein Überleben abhängt.
Dieses freiwillige Folgen wird aber abgebaut, umso mehr unser Welpe wächst und selbständiger seine Umgebung erkunden will. Dabei könnten seine Menschen schon mal nebensächlich werden, da ein Hund seine Umwelt anders als ein Mensch wahrnimmt und starke Reize beim Welpen/Hund auch starke Reaktionen auslöst. So fokussiert er seine Aufmerksamkeit, z.B. von einem Bewegungsreiz, durch einen anderen Hund ausgelöst, auf den anderen Hund und blendet alles „Unwichtige“ aus. Dabei ist es keine böse Absicht, dass er seinen Menschen nicht mehr wahrnimmt, sondern einfach ein Teil seines natürlichen Verhaltens.

Nun sollte überlegt werden wie wir Menschen uns für den Hund so wichtigmachen das unser Handeln, unser Kommando, immer die erste Priorität für den Hund hat.
Für das Komm- Kommando könnte das so aussehen:

Für den Hund muss es sich lohnen, auf und zu achten und auch auf uns zu hören. Die Belohnung sollte anfangs immer bei der korrekten Ausführung gegeben werden. Später wird die Belohnung abgebaut und nur noch Unregelmäßig gegeben.

Erst einmal legt man fest, womit der Hund belohnen werden kann. Als Belohnung eignen sich Lob, Leckereien oder ein Spielzeug, mit dem dann kurz gespielt wird.

Eine einladende Körperhaltung ist für den Hund sehr wichtig. Ein freundliches Gesicht, geöffnete Arme, evtl. in die Hocke gehen oder rückwärtslaufen, ermutigen den Hund zu kommen. Bei kleinen Hunden und Welpen macht man gute Erfahrungen damit den Hund in einer gehockten Position zu empfangen, da der Hund das als unbedrohlich empfindet und auch das Gesicht/der Ausdruck für ihn besser zu sehen und einzuschätzen ist.

Starres breitbeiniges Stehen, Anstarren des Hundes, möglichst noch ein unfreundlicher Ton (weil wir in Zeitnot sind) sind dagegen nicht förderlich...auch das über den Kopf greifen, um den Hund sofort am Halsband zu fassen, ist für den Hund eher abschreckend. Vor allem kleine Hunde sind da oft empfindlich und fühlen sich bedroht.
Wichtig ist auch die Stimmlage, wenn wir den Hund rufen: sie sollte immer gleichmäßig bestimmt und freundlich sein. Der Hund hört und reagiert auf jede Nuance; Wut, Angst, Unsicherheit - das hat in der Stimme nichts zu suchen.

Nun wird überlegt, welches Kommando benutzen wird und wie der Hund dieses Kommando ausführen soll. Dieses Kommando wird dann nur für diese eine Übung benutzt und die Ausführung sollte immer dieselbe sein.

Oft hört man, dass Menschen zu ihren vor- oder hinterherlaufenden Hunden etwas in der Art sagen: „Komm mal her, hier ran, komm voran“. Das auch gerne ständig, aber ohne das auf der korrekten Einhaltung von dem unklaren „Kommandosatz“ geachtet wird.
Kann sich der Hund nun von allem was aussuchen, was ihm am besten gefällt oder in den Kram passt? Was wird er wahrnehmen außer einem unklaren Gemurmel?
„Komm“ bedeutet bei mir, dass der Hund locker zu mir kommen soll, egal ob er vor oder hinter mir läuft.
„Hier ran“ bedeutet bei mir, dass er an einer meiner Seiten laufen soll.
„Voran“ bedeutet bei mir das er vorlaufen soll.
So kann sich jeder selber aussuchen welches Wort er für eine Übung, wie immer die auch aussieht, verwenden möchte.

Wisst ihr was auch der Konzentration des Welpen auf seinen Menschen abträglich ist? Wenn man ihn ständig ruft, wenn man aus Sorge, dass man sich zu weit entfernt, auf sich aufmerksam macht oder auch bei Weggabelungen nicht darauf vertraut das der Hund nicht verloren geht. Kontraproduktiv: Der Hund wird sich daran gewöhnen, dass man auf ihn wartet und ständig eine Peilung von sich gibt, und das ermöglicht ihm natürlich sich recht frei zu fühlen!
Ein Hund hat mit seinen uns überlegenen Sinnen eine viel bessere Möglichkeit uns zu finden als wir glauben, und ein kleiner Schreck, wenn der Welpe kurz denkt er wäre „alleine“ macht ein Wiedersehen umso freudiger. Bei der nächsten Gelegenheit wird er wahrscheinlich etwas mehr auf uns achten...dabei aber bitte darauf achten das der Hund sich nicht wirklich so erschreckt das er panisch wird und wegläuft. Die Umgebung sollte natürlich keine Gefahr für den Hund darstellen, wenn wir das üben.

Grundsätzlich würde ich den Hund bei jeder Gelegenheit, wenn er von selber kommt und man sieht das er tatsächlich zu einem kommt, mit dem Kommando rufen und belohnen. So etabliert sich das Kommando schon einmal und man kann darauf aufbauen. Das natürlich überall, im Haus und draußen.

Hunde sind ja schlau; wenn man sie nur ruft, wenn man sie anleinen möchte oder muss werden sie versuchen sich zu entziehen. Das könnte zu den weniger lustigen „Fangen-Spielen“ führen, wobei wir mangels Möglichkeiten dem Hund unterlegen sind und das nicht selten mit wutschnaubenden Besitzern und irritierten Hunden endet.

Aber Hunde orientieren sich oft an den Menschen und bieten den Blickkontakt an. So eine Gelegenheit sollte man nicht verstreichen lassen (!) um den Hund kurz zu bestätigen oder zu rufen, die Richtung zu ändern oder wegzulaufen.
Eine kleine Belohnung, ein schönes Spiel, und der Hund darf wieder gehen nachdem er kurz bei uns war.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt bei dem der Hund versuchen wird sich dem Kommando bewusst zu entziehen. Er hat zu dem Zeitpunkt leider gemerkt das seine Menschen eh zu langsam sind um ihn zu fangen, oder das andere Hunde oder die netten Leute, die man so trifft, viel lohnendere Objekte seiner Aufmerksamkeit sind. Spätestens (!) jetzt muss man das Kommando absichern und üben, wenn man das nicht schon umgesetzt hat.

Um das Kommando zu üben, suchen wir uns erst einmal eine ablenkungsfreie Umgebung.
Das ist wichtig, damit der Hund uns seine ungeteilte Aufmerksamkeit widmen kann.
Das gilt für alle Übungen: erst einmal klein anfangen und mit dem Erfolg den Schwierigkeitsgrad steigern.
Der Hund wird an einer längeren Leine geführt, und in einem passenden Moment sagen wir das Kommando und ziehen den Hund, selber rückwärts laufend, leicht zu uns. Folgt er unserem Ruf, erwarten wir ihn jubelnd und erfreut und belohnen ihn überschwänglich, sobald er uns erreicht.
Dabei bitte die oben beschriebenen Körperhaltungen beachten: es sollte für den Hund klar erkennbar sein das wir ihn freundlich empfangen!
Es muss für den Hund spannend und lohnend sein, zu kommen!

So übt man regelmäßig, aber ohne Übertreibung, während des Spaziergangs. Und vor allem nicht nur, wenn man etwas sieht was ein Komm-Kommando auslösen könnte, sondern ganz locker in möglichst vielen unterschiedlichen Situationen.

Will der Hund nicht kommen, hole ich in an der Leine ein, aber immer mit dem Ziel, den Hund so zu motivieren, dass er doch noch freiwillig kommt.

Nie, und wirklich nie, darf das Kommando gesagt werden, wenn man keine Möglichkeit hat, es auch durchzusetzen. Zu Beginn der Arbeit bedeutet das: konsequent an die Leine! Ein Kommando, das man nicht durchsetzen kann, nutzt sich ab und wird wertlos.

Die Leine leitet jedes noch so feine Signal an den Hund weiter, deshalb ist eine ruhige Leinenarbeit ohne rucken und zerren wichtig. Wie jeder Pferdenarr weiß ist auch die Zügel nicht nur eine Bremse, sondern bietet die Möglichkeit feinste Signale zu setzen. Die Leinenarbeit kann man ebenso aufbauen.
Möchte man keine Signale übermitteln kann die Leine z.B. in der Faust gehalten werden, die man dann vor die Körpermitte „presst“. Das ist vor allem in Situationen bewährt in denen Hunde aus Unsicherheit „rüpeln“. Durch die neutrale Leinenhaltung entzieht man dem Hund einen Teil seiner empfundenen Rückendeckung und man kann sich selber auf die eigene Ausstrahlung und Beinarbeit konzentrieren.

Ein Kommando soll, damit es sich nicht abnutzt, auch nicht mehrfach wiederholt werden. Ein Mal rufen, und folgt der Hund nicht, wird er an der Leine wie oben beschrieben eingeholt.
Sieht man oder ist man sich sicher das der Hund nach dem Kommando nicht kommen wird, sagt man lieber nichts.

Ein Komm- Kommando aufzubauen und zu etablieren ist gar nicht so schwer. Und je früher man damit beginnt, des so einfacher ist es und des so besser wird es dem Hund zu eigen. Welpen haben schon ein unglaubliches Potential, was man sich zu Nutze machen kann.

Es sollte für jeden Hund das Tollste überhaupt sein, bei und zu seinem Menschen zu sein oder zu kommen!

Lieben Gruß Tina
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